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Wie wird man Stuntman

Adrenalin und präzise Planung: Der spektakuläre Alltag eines Stuntman

"Der Kick bei der Ausführung eines Stunts besteht für mich nicht darin, Gefahren zu bewältigen, sondern genau dann, wenn die Filmszene einhundertprozentig nach den Wünschen und Anweisungen von Drehbuch und Regie gelingt." Mit diesen Worten beschreibt ein erfahrener Stuntprofi die Faszination seines Berufs. Der Job eines Stuntman ist alles andere als ein draufgängerisches Hasardspiel. Vielmehr erfordert er akribische Planung und höchste Professionalität:

  • Intensive Vorbereitung jeder einzelnen Szene

  • Technische Sicherheitsmaßnahmen für Stunt- und Filmteam

  • Abstimmung mit Regie und Produktion

  • Ausführung spektakulärer Aktionen (Stürze, Prügeleien, Autounfälle)

  • Doubeln von Schauspielern in gefährlichen Szenen 


Allein die Planung eines scheinbar simplen Stunts wie einem Sprung durch eine Scheibe erfordert zahlreiche Überlegungen: Welcher Stuntman ähnelt dem Schauspieler? Welches Material soll für die Scheibe verwendet werden? Wie wird die Kamera positioniert? Wie minimiert man Verletzungsrisiken? Bei all der Spektakularität – sei es als brennende Fackel von einem Gebäude zu springen oder bei einer wilden Verfolgungsjagd Autos zu Schrott zu fahren – bleibt der Stuntman meist im Hintergrund. Seine Kunst besteht darin, dem Schauspieler die perfekte Illusion zu ermöglichen. "Man empfindet leichte Nervosität. Und Lampenfieber. Keine Angst. Die ist fehl am Platz. Man hat Magensausen. Und man geht gedanklich noch mal alles durch und weiß, jetzt kommt's darauf an." Mit dieser professionellen Einstellung gehen Stuntprofis an ihre spektakulären Aufgaben heran.

Action, Sport und Technik: Der Bildungsweg zum Stuntprofessional

Den typischen Ausbildungsweg zum Stuntman gibt es nicht. Die meisten Profis kommen über eine Kombination aus sportlichem Talent, technischem Verständnis und Erfahrungen in der Filmbranche zu diesem außergewöhnlichen Beruf. Wichtige Grundvoraussetzungen sind:

  • Sportlichkeit und körperliche Fitness

  • Technisches Verständnis

  • Verantwortungsbewusstsein

  • Teamfähigkeit

  • Intelligenz und Planungsfähigkeit 


Entgegen dem populären Image des muskelbepackten Draufgängers sollten Stuntleute eher unauffällig und anpassungsfähig sein: "Introvertierte, umgängliche Leute, möglichst ohne Narben im Gesicht und keine Bodybuilder. Denn nur solche Stuntleute haben die Chance, die eher schlanken bzw. zierlichen Schauspieler/innen doubeln zu können." Die konkrete Ausbildung erfolgt oft bei erfahrenen Stunt-Teams, die gezielt neue Talente rekrutieren und ausbilden. Dabei kommt es nicht nur auf die physischen Fertigkeiten an – ein Großteil der Arbeit besteht aus technischen Vorbereitungen, Sicherungsarbeiten und endlosen Trainingseinheiten. Spezifische Kenntnisse werden in verschiedenen Bereichen benötigt:

  • Kampfsport und Fallschule

  • Fahr- und Flugtechniken

  • Sicherungs- und Seiltechniken

  • Pyrotechnik und Spezialeffekte

  • Erste-Hilfe und Notfallmanagement


Wer in dieser Branche Fuß fassen will, sollte sich auf eine lange Lernkurve einstellen: "So alle fünf Jahre bildet er jemanden aus, mehr braucht er nicht."

Abschluss

Zertifikat (nicht staatlich anerkannt)

Ausbildungswege

1-3-jährige Ausbildung an privater Stuntschule oder bei einem Stuntteam

Besonderheiten

Kein anerkannter Ausbildungsberuf, physische Fitness und Spezialkenntnisse erforderlich

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