You can say You to me

04 Feb

WebmasterfridaySo hatten wir damals unserer Englischlehrerin in der 10. Klasse großmütig erlaubt uns weiterhin zu duzen, obwohl wir endlich das „Anrecht“ auf das Sie hatten.

Doch gibt es dieses Anrecht überhaupt und wie ist das in der wirklichen Welt und in Blogs? Diese Frage stellt der heutige Webmasterfriday, an dem ich wieder gerne teilnehme.

Die meisten Blogger duzen sich und manche behaupten nur auf Fachblogs wäre ein Sie angebracht. Nun muss ich sagen, dass ich bei den Fachblogs, bei denen ich mitlese, auch alle geduzt werden.  Mir ist das alles nie so aufgefallen und für mich war es immer selbstverständlich, bis vor kurzem bei Crazygirl eine Diskussion über das Sie und Du entbrannte. Erst da wurde mir bewußt, dass manche das anders sehen als ich.

Wie ihr gemerkt habt, duze ich Euch. Das liegt vor allem auch daran, dass ich aus Oberbayern komme. Den hier gibt es ein Sie und ein Du und ein Du. Richtig gelesen. Der gemeine Bayer unterscheidet zwischen Du und Du.

Warum ich Euch jetzt nicht Sieze, hat einfach schlicht und ergreifend damit zu tun, dass in Bayern das Sie nur dann angewendet wird, wenn eine entsprechende Barriere da ist. Also Chef (nicht immer), Lehrer (meistens), Auswärtige und vor allem unsympatische Menschen. Aus diesem Grund verbietet sich das Sie hier in diesem Blog von selbst, denn jeder der mein Geschreibsel liest, ist mir von Haus aus schon mal Sympatisch :smile: (Also Achtung, wenn ich einen von Euch Siezen sollte)

Also ist man bei vielen Menschen in Bayern automatisch per Du. vor allem dann, wenn man im „selben Boot“ sitzt. Eine Hausgemeinschaft, Eltern von Kindern (es wird dann interessant, wenn der Sohn der Lehrerin vom Großen mit dem Großen in einer Fussballmanschaft spielt – Du oder Sie? – Die Sympatie hat auf das Du nach Abschluss der Klasse entschieden).

Dieses Du wird auch im Geschäftsleben eingesetzt – denn auch hier hat man oft die gleichen Interessen und das Gemeinschafts-Du macht Sinn. So ist es hier nicht selten, dass man gleich beim ersten Geschäftstreffen mit Du angesprochen wird. Egal auf welcher Ebene.

Zum Schluss gibt es in Bayern noch das normale und übliche Du unter Freunden, zu Kindern, Tieren etc.

Ich glaube unter den Bloggern hat sich das „Gemeinschafts-Du“ durchgesetzt, da wir alle das gleiche Hobby pflegen, die gleichen Systeme mit ihren Tücken nutzen und ja, irgendwie zusammengehören. Zudem habe ich festgestellt, dass man sich die meisten Blogger erst mal freundlich und sympatisch begegnen und somit das Sie überflüssig wird.

Und ich muss ehrlich gestehen, als ich mal auf einem Blog war, bei dem die Leser mit Sie angesprochen wurden, war ich erst mal irritiert. Es war dort so unpersönlich, so kalt. Auch so „geschäftstüchtig“. Versteht mich nicht falsch, jeder darf und soll mit seinem Blog Geld verdienen dürfen, doch die Persönlichkeit eines Bloggers muss in seinem Blog durchkommen und auch für mich sichtbar sein, damit ich mich dort wohlfühle. Das ist das Gleiche, ob ich in einer kühlen Praxis, Kanzlei, Geschäftsraum sitze oder gemütlich auf der Couch mit einem Kaffee.

Also für mich spiegelt die Blogszene das wirkliche Leben in Bayern wieder und  wißt ihr was am lustigsten ist? Die besten Geschäfte macht man mit denen man auch per Du ist.

4 Responses

  1. Petra H. sagt:

    „Also für mich spiegelt die Blogszene das wirkliche Leben in Bayern wieder “
    -> :biggrin: :biggrin: :biggrin:

    Na ja, auch wenn ich mich nicht wie ein Bayer fühle: Liebe Grüße!

    • Mella sagt:

      Ach machen wir aus Bloggerland einfach ein Bayernland :-) oder andersrum?

      ach jetzt weiß ich, warum so wenig Bayern bloggen – das Real-Life ist unser Virtual Life.
      :-)

  2. Susanne sagt:

    eindeutig für „du“ im Blog – man teilt sich da seine Gedanken und Wünsche mit – da passt ein du einfach besser :biggrin:

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