Werden Blogs von den alten Medien unterschätzt?

20 Jul

WebmasterfridayDieses komplexe Thema greift der heutige Webmasterfriday auf, an dem sich jeder beteiligen kann.

Unterschied Blog und alte Medien

Der größte Unterschied zwischen Blog und z.B. Zeitung sind die Leute die dahinter stehen. Blogger haben in der Regel keine journalistische Ausbildung und arbeiten alleine. Während bei Zeitungen Journalisten arbeiten (sollten) und meist ein ganzes Team beschäftigt ist.

Auch ist die Finanzierung anders geregelt. Blogger verdienen nur selten Geld, während die alten Medien darauf ausgerichtet sind, Geld zu verdienen. Sei es durch den Verkauf, sei es durch Werbung und Anzeigen.

Darin liegt in meinen Augen noch ein weiterer gewaltiger Unterschied:

die Zielgruppe

wie gesagt, alte Medien müssen Geld verdienen. Auch um die Angestellten und das Team zu finanzieren. Also sind sie in erster Linie ihren Geldgebern verpflichtet.Wenn diese durch Anzeigen mehr verdienen als durch Verkauf……. Der Name spielt eine wichtige Rolle, genauso wie die Reputation oder Auflagenzahlen. Egal ob diese dann gelesen werden oder nicht.

Ein Blogger fängt meist an und verdient nichts bis nur ganz wenig. Er ist in erster Linie seinen Lesern verpflichtet. Denn nur durch diese hat er überhaupt Chancen überhaupt Werbeeinnahmen zu erhalten. Denn ohne Leser keine Klicks und ohne Leser keine Direktvermarktung, denn hinter dem Blogger steht auch kein großer Name oder Reputation. Also wird ein Blogger einen Teufel tun und sich kaufen lassen, denn kommt dies raus, oder wird es zu viel, sind seine Leser schneller weg als er es sich vorstellen kann. Ein Blogger muss auch Leser generieren.

die Arbeitsweise

Blogger schreiben etwa einen Artikel pro Tag. Wenn dieser nicht gelesen wird, oder dieser nicht gut ist, dann sieht man dies sofort an den Besucherzahlen. Ein paar mal solche Arbeit abgeliefert – schon hat man einen Leserverlust.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, doch eine Zeitschrift habe ich noch nie komplett gelesen. Es gibt immer Artikel darin, die ich nicht lese. Merkt man dies an der Auflagenzahl? Nein, meist nicht, denn die Leser rechnen eh damit, dass an einer Zeitung nicht alles interessant ist.

Wo haben Blogs Vorteile?

Blogs können sehr schnell aktuell sein. Pressemeldung raus, kurze Zeit später im Blog veröffentlicht. Vorausgesetzt, der Blogger bekommt sie zeitnah mit und kann zeitnah drauf reagieren. Zeitschriften oder Zeitungen brauchen hier erheblich länger.

Blogger sind meist sehr interessiert an dem Thema, von dem sie bloggen. Also bekommt man meist sehr gute Informationen. Meist in einer lockereren und für mich angenehmeren Sprache serviert. Wenn etwas unklar ist, kann man bei Bloggern nachfragen, oder es entwickeln sich tolle und hilfreiche Diskussionen unter einen Beitrag, was die ganze Sache meist auflockert und interessanter zum Lesen macht.

Blogger vertreten eine eigene Meinung. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, dann sage ich es auch. Ich bekomme kein Geld für eine gute Rezension und eine entsprechende Rezension hat auch keinen Einfluss auf Werbung. Zumindest bei mir nicht, da ich noch keine Werbung in der Hinsicht schalte. Aber auch so weiß ich, dass ich mit nur guten Rezensionen bald unglaubwürdig wirke und werde deshalb egal ob mit oder ohne Werbung meine Meinung immer sagen. Es gibt hier ganz einfache Kompromisse – bei schlechten Rezensionen, wenn ich Konakt zum Autor bzw. Verlag habe, bekommen diese eine Vorabeinsicht und können bestimmen, ob ich besser die Rezension nicht veröffentlichen soll. Abweichen von der Meinung – Nein.

Davon abgesehen hat sich etwas interessantes Herauskristallisiert:

Rezensionen in Blogs werden ernst genommen und als private Meinung erkannt. Es geht sogar so weit, wenn ein renommierter Blog eine schlechte Rezension schreibt, die Verkaufszahlen steigen.  Ja richtig gelesen – schlechte Rezension. Eine andere Bloggerin hat verraten, dass genau diese Bücher sie magisch anziehen, weil sie wissen will, ob dieses Buch wirklich sooo schlecht ist, wie behauptet.

Können dies Zeitungen auch bewerkstelligen? Haben diese einen ähnlichen Einfluss? Werden sie überhaupt noch von den Menschen so wahrgenommen wie früher oder misstrauen sie den alten Medien auch immer mehr. Denn neutrale Berichterstattung, die eigentliche Aufgabe – die sieht man immer weniger. Und wenn schon eine private Meinung, doch dann von einem Blogger, da weiß man meist wer dahinter steht.

Und wie ist Eure Meinung dazu?

2 Responses

  1. Iris sagt:

    Ich denke, dass Blogs etwas ganz anderes als Zeitungen sind, da sie anders funktionieren. Sie sind in jedem Fall persönlicher und das Allerwichtigste kann keine Zeitung leisten: Den unmittelbaren Austausch mit den Lesern und der Leser untereinander. Das ist es, was mir den Spaß am Bloglesen bereitet.

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