Qualitätsjournalismus und wir

22 Jun

Mach die Augen auf,

schau genau hin,

benutz Dein eigenes Hirn!

So könnte man meine Gedanken bei mancher Berichterstattung zusammenfassen. Sascha hat letztens in einem tollen Artikel mal wieder den „Qualitätsjounalismus“ angeprangert, der mit Qualität bereits beim ersten Satz schon nicht mehr viel am Hut hatte. Und dies alles bei einer renomierten und bekannten Zeitung.

Wo kommen wir denn da hin? Darf man überhaupt den Medien noch trauen, einfach mal konsumieren? Oder muss man wirklich alles hinterfragen? Macht man das auch?

Ich gestehe, dass ich dies noch viel zu wenig mache. Allerdings muss ich auch gleichzeitig zugeben, dass ich oft gar nicht mehr bewußt Informationen aufnehme. Oft lasse ich mich nur berieseln und weiß oft gar nicht, wie viel wirklich in meinem Hirn ankommt. Dies passiert meistens eben bei diesen „Qualitätsjournalismus“. Allerdings überprüfe ich auch viele Sachen nicht, die mich wirklich interessieren. Dabei ist es mir völlig egal, ob ich nun eine Zeitung, Zeitschrift, Buch oder einen Blog konsumiere. Ich mache ehrlich gesagt keinen Unterschied zwischen gelernten Journalisten und Laien.

Anscheinend liege ich damit instinktiv richtig, denn wenn ich mir ein paar weitere Informationen anschaue, dann ist es mit dem Qualitätsjournalismus anscheinend schon lange vorbei.

Ach ihr wollt Beispiele?

Hier bitteschön. Lest Euch die Texte selbst durch und macht Euch ein eigenes Bild!

Qualitätsautoren gesucht – 10€ pro News

Stern.de – Anatomie einer Attrappe

Die Angst von Journalisten vor Twitter – Schaut Euch das Video an!!!!!!

Während Ihr nun gelesen habt, habe ich mir die Frage gestellt, warum sind wir so? So Schafartig. Warum nehmen wir oft die Informationen als gegeben hin und fragen viel zu selten nach.

Als Mutter von zwei Schulkindern ist mir das recht schnell klar. Seit meinem 6. Lebensjahr wurde mir in 12 Jahren Schule plus 2 Jahre Ausbildung eingetrichtert, dass das schon so richtig ist, was uns an Informationen von den Lehrern, Ausbildern etc. so vorgesetzt wird.

Das prägt!

Doch eigentlich sollte ich mittlerweile alt und reif (von klug reden wir mal nicht  :whistle: ) genug sein, dass ich mir selbst meine Meinung bilden und sogar Informationen hinterfragen kann.

Doch ehrlich, es ist aber ganz schön anstrengend. Ständig nachzudenken. Nichts mehr glauben. Paranoid?????

Doch ist es wichtig, dass wir mit offenen Augen durch die Welt gehen und uns nicht für Dumm verkaufen lassen. Sondern eigene Wege gehen und eigene Gedanken haben.

Denn nur so ist es möglich, dass wir uns und somit die Gesellschaft weiter entwickeln. Und dies ist bitter nötig. Vor allem letzteres.

Ach ja, leider verschenken viele Leute sich und ihre Arbeitskraft oft für „Ruhm und Ehre“. Einfach weil ein Verlag oder eine bekannte Firma nachfragt, ob sie bereit sind für sie zu Schreiben. Dies ist in meinen Augen der absolut falsche Weg, denn wer eine Leistung erbringt hat auch das Anrecht auf einen angemessenen Arbeitslohn. Vor allem, wenn es sich um eine Auftragsarbeit handelt. Kein Handwerker würde auch nur einen Handschlag tun, nur weil wir ihn nett darum bitten, auch wenn wir eine repräsentative Aufgabe anbieten.

Das gleiche sollte für uns Blogger gelten, denn auch wenn wir oft für lau arbeiten und viel Zeit und Energie in diese Beiträge stecken, für die wir erst mal kein Geld bekommen und alles auf freiwilliger Basis machen. So sind sie doch die Grundlage für weitere Entwicklungen und Angebote, für die wir dann auch Entlohnt werden. Wir brauchen kein Ladengeschäft unterhalten und auch kein Material lagern. Aber wir brauchen einen Blog und Nachweise unserer Arbeit. Und ein Blog lässt sich auch nicht leer unterhalten.

Zum Schluss noch: Ich weiß, dass nicht alle Journalisten so arbeiten und viele von Ihnen sogar einen sehr guten Job machen und sich auch bemühen. Doch leider fallen immer mehr solch negativer Beispiele auf. Auch wenn man nicht alle Schreiberlinge in einen Topf werfen darf, so fällt es uns Konsumenten aber auch verdammt schwer die Spreu vom Weizen zu trennen.

 


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6 Responses

  1. Iris sagt:

    Hallo Mella,

    schlimm finde ich solche Sachen, wenn sie nicht nur aus Versehen etwas schlampig recherchiert sind, sondern ganz bewusst Informationen verfälschen, was sehr schnell geht, wenn man Fakten in einen anderen Kontext transportiert, umgangssprachlich betrachtet etwa die berühmten Äpfel mit Birnen vergleicht. Dabei ist dann schnell so manches Sensatiönchen gestrickt, das sich gut verkaufen lässt und den schnellen und oberflächlichen Leser lockt und so Geld bringt. Information ist heutzutage Konsum und nicht kritische Auseinandersetzung. Das ist wie du schon sagst zu anstrengend. RTL 2 guckt sich leichter nebenbei als anspruchsvollere Kanäle.

    Konsum fängt in der Tat in der Schule an. Wissen wird dort erstmal eingetrichtert. Ich erlebe es aber bei älteren Schülern (also Oberstufe) dann wieder, dass sie sehr wohl selbst denken und dies auch zeigen. Und die, die das tun, sind auch die, die weiter kommen als die reinen Lerner und Konsumenten. Aber ich bin auch ehrlich und gebe zu: Sie sind auch die, die es mir als Lehrkraft nicht einfach machen, denn ich muss mich mit ihnen auseinandersetzen, kann sie nicht nur mit Wissen „füttern“. Da wachsen also immer wieder kritische Leser nach. Sie müssen sich nur durchsetzen.

    LG Iris

    • Mella sagt:

      Hallo Iris,
      anfangs dachte ich auch, dass es sich hier um „Versehen“ handelt, im Eifer des Gefechts, kurz vor Schluss noch schnell – keine Zeit mehr.
      Doch leider häufen sich nun diese Artikel und das gibt mir schon zu denken.

      Meine Kinder sind leider noch nicht so weit, dass sie wirklich nachfragen, sie sind mit „vorgekauten“ Wissen noch zufrieden. Allerdings hoffe ich, dass sie irgendwann selbst mal auch zum Nachdenken kommen.
      Aber Du hast Recht, für Lehrer sind diese unbequemer und da habe ich leider viel zu viele schlechte Erfahrungen mit diesem Berufsstand gemacht, als dass ich sagen könnte, dass der denkende Nachwuchs gefördert werden würde.

  2. Sascha sagt:

    Das Problem ist ja, dass man inzwischen -streng genommen- wirklich alles hinterfragen müsste. Dabei war es doch eigentlich so, dass Medien ihre Daseinsberechtigung gerade daraus zogen, für uns Informationen aufzubereiten und genau zu recherchieren, damit man selbst eben nicht seine Zeit dafür investieren muss. Teilweise schafft man das auch zeitlich gar nicht, sich in alle Themen entsprechend einzuarbeiten.

    • Mella sagt:

      Hi Sascha, das ist ja genau das Problem und vor allem die rechtlich-öffentlichen begründen dies ja auch mit der GEZ, also warum sie die Gebühr verlangen. Obwohl ich hier sehr oft den Eindruck habe, dass sie eher CDU-nah berichten und die kleinen Parteien gerne mal „unterschlagen“

  3. Susanne K. sagt:

    Ich habe mir mal das Video der Pressekonferenz angesehen: da kann man richtig Angst bekommen, wenn unsere Nachrichten von diesen Leuten geschrieben werden :alien:

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