Nutzung von Internet-Foren

24 Feb

Dies ist ein Beitrag für den Webmasterfriday und es geht um das Thema ob man überhaupt Internetforen noch nutzt.  Webmasterfriday

Oh Gott, wie schreibe ich jetzt diesen Artikel, ohne mich zu outen und ohne allen möglichen Leuten auf den Schlips zu treten.  Nun ja, wie immer – Kopfüber rein ins Fettnäpfchen.

Mein Verhältnis zu Foren

Domainforum

Mein Verhältnis zu Foren war schon immer ein wenig angespannt. Meinen ersten wirklichen Kontakt zu Foren habe ich bekommen, als wir vermehrt in das Internet eingestiegen sind. Vornehmlich im Domainbereich. Ich war dann immer der leise Mitleser, denn ich wollte lernen. Ich selbst fühlte mich nicht befähigt dazu meinen Senf abzugeben, denn wir waren ja nur ein kleine Lichtlein.  Das war am Anfang wohl auch okay, doch dann entdeckte ich immer mehr Parallelen der Diskussionen im Forum zu den Diskussionen meiner Kinder – und die waren im Kindergarten. Da verlor ich den Respekt – irgenwie und ich schaute immer seltener rein. Zudem frisst so ein Forum auch ganz schön Zeit.

Fotografie

Als ich mich dann vermehrt mit Fotografie auseinandersetzte – wollte ich das gleiche Prinzip auch wieder anwenden – Forum – mitlesen, ab und an schreiben.  Doch auch hier wieder ein Phänomen, mit dem ich nicht klar kam – einzig alleine Photoshop ist das wahre. Alles andere kann man vergessen. Sorry, aber ich komme mit Gimp ganz gut zurecht und sehe nicht ein für meine kleinen Bedürfnisse so viel Geld auszugeben, wenn es eine gute kostenlose Alternative gibt.

Auch ansonsten, sollte die Kamera mindestens…. Ähm ja, siehe oben.

ADHS-Forum

Okay, alle guten Dinge sind 3. Also gab ich den Foren noch eine Chance. Wie vielleicht einige Wissen,  ist der Kleine von ADHS betroffen und wie üblich macht er keine halben Sachen. Ich bin dann auch ein Mensch, der nicht die Augen verschließt, sondern das „Problem“ anpackt. Sprich Erziehungsstil anpassen etc. Also war ich diesmal nicht als „Anfänger“ unterwegs, sondern hatte schon Erfahrung und Wissen.

Vielleicht klappt es ja besser, wenn ich nun auch helfen kann?

Hm, in einem Forum erwarte ich eine fachliche Diskussion, neben ein wenig Spaß. Ich erwarte in einem Spezialforum – hier für ADHS – hauptsächlich Betroffene und wirkliche „Probleme“.

Doch der Grund warum ich dann von dort ausgestiegen bin waren vermehrte Anfragen wie: „Mein Kind ist in der Pupertät. Er mag keine Hausaufgaben mehr machen. Hat er ADHS? Braucht er Psychopharmaka? Der Arzt nimmt uns nicht ernst!“

Hallo???? Der ist in der Pupertät und das dürfte ein relativ normales Verhalten sein. Würde es nicht auftauchen, würde ich mir Sorgen machen, aber keinen normalen Teenie mit Betäubungsmitteln füttern.

Gibt es für mich Alternativen?

In einer recht schwierigen Phase kam ich zum Bloggen. Wie es bei einem Privatblog so ist, habe ich auch über das ADHS geschrieben. Plötzlich bekam ich die Antworten auf meine Fragen – in den Kommentaren. Plötzlich hatte ich meine Diskussion. Okay, oft nur im Kleinen, doch meist brachte es mich weiter. Danke an dieser Stelle.

Deshalb ja – Blogs sind Alternativen.

Und wie ist es mit Social Media? Facebook und andere Communities?

Seit meinem Buchblog beschäftige ich mich in diesem Bereich auch vermehrt mit Social Media, denn hier brauche ich den Austausch. Und ja, es gibt tolle Gruppen, in denen man genauso gut Diskutieren kann. In denen auch ein reger Austausch herrscht und in denen gerne und oft weitergeholfen wird. Daneben wird auch gerne die direkte Nachricht genutzt. Gerade im Buchbereich und im Handarbeitbereich habe ich in Facebook viel gefunden und es gibt weitere Communities, die super sind.

ABER

Ein großes Aber. Die Gruppen und Communities leben und sterben mit ihren Adminstratoren und Gründern. Ein Beispiel – es gibt Buchgruppen, in denen gar nichts geht oder es gibt auch Gruppen, in denen ein ziemlich übler Ton herrscht. Das liegt oft daran, dass es zu wenig oder die falsche Moderation gibt. Andererseits gibt es hingegen wieder Gruppen, die einfach super sind.

Das Gleiche gilt auch für Communities. Hier kommt noch der generelle Ton dazu (es gibt eine Handarbeitscommunity, in der die Gründerin so hochnäsig und arrogant bei mir ankommt – da verzichte ich freiwillig) und auch die Programmierung. Denn es muss einfach zu Bedienen sein.

Die gegensätzliche Meinung

Wenn mein Mann diesen Artikel geschrieben hätte, würde er wohl ganz anders klingen. Denn er fühlt sich in dem Forum wohl, in dem er angeschlossen ist. Zwar auch hier nicht immer und überall, doch er freut sich über die fachliche Diskussion und darüber, dass nicht jeder in dieses Forum so rein darf, sondern sich hier meist Gleichgesinnte treffen. Den teilweise vorhandenen Kindergarten ignoriert er gekonnt (hat ja jahrelange Übung darin ).

Auf Facebook hingegen ist es ihm zu „schwammig“. Zu unklar, wann und wo er eine gute Gruppe findet. Zu unübersichtlich – und da die Gemeinschaft recht klein ist – meint er dort eh nur die gleichen Diskussionen und Leute zu finden.  Irgendwie hat er auch kein Interesse sich hier reinzuarbeiten. Zusätzlich kommen die Bedenken der Datensicherheit in Facebook  Im Forum kann er sich schon sicherer sein, dass nicht unbedingt alles raus kommt, vor allem wenn es im geschlossenen Bereich geschieht und man dem Forum-Betreiber traut.

Warum ich nicht ideal handle?

Wenn man sich das 1×1 des Linkaufbau anschaut, dann wird oft darauf verwiesen, dass man sich doch einfach über Foren nicht nur Links holen kann, sondern sich auch einen Namen machen kann. Dazu gehört für mich aber auch, dass man sich an Diskussionen beteiligt und auch ansonsten einen Expertenstatus anstrebt.  Klar war das auch teilweise im Hinterkopf, wenn ich im Forum aktiv bin oder mein Mann dort aktiv ist.

Meine Meinung ist hier aus Erfahrung anders. Ich bin kein Forum-Typ, also werde ich hier sicher niemals einen Expertenstatus aufbauen. Möchte ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Ich vertrete meine Meinung, habe aber sicher nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Bei den Büchern oder Handarbeiten gibt es sowieso kein Richtig und Falsch, also zielen die Diskussionen eh nicht auf einen Expertenstatus ab. Sondern auf gegenseitiges Helfen, Tipps – freundschaftliches Miteinander. Den Kontakt kann ich auch anders bekommen.

Was die Links angeht – mein Mann hat diesen „Expertenstatus“ im Forum. Er hat auch brav verlinkt – nur gebracht hat es bisher sehr wenig bis nichts. Da fahre ich mit den Blogs besser. Andererseits drängen sich auch die Socialmedia-Kanäle immer mehr in den Vordergrund, was den Linktrust betrifft.

Wichtigste Erkenntnis zum Schluß

Nicht nur, dass der Artikel fürchterlich lang geworden ist, sondern vielmehr folgendes:

Sinnvoll ist immer nur diejenige Kommunkation, die einem selbst auch entspricht. Sprich, wenn ich lieber in Facebook etc unterwegs bin, weil es mir mehr liegt, sollte ich dies auch tun. Und wenn ich mich in Foren wohler fühle, sollte ich dort bleiben. 

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6 Responses

  1. Den Keksperten-Status bekommt man in einem Forum doch sehr leicht: man muß sich nur die größte Kindergartengruppe aussuchen und sich dort noch kindischer Verhalten, als der Rest. Ein reger schleimtriefender PN-Wechsel mit zahlreichen Moderatoren hilft zusätzlich ungemein.
    Wenn Du es jetzt noch schaffst, jeden Neuling in jedem zweiten Beitrag auf die Suchfunktion hinzuweisen, weil Du ja z.B. schon Fragen zu HTML6 beantwortet hast, bevor es HTML6 überhaupt gab, dann, ja dann hast Du es geschafft

    Bist Du bisher einfach nur falsch angegangen – deswegen wird das auch nix bei Dir.

    Und Deinen Blogeintrag hier vergesse ich mal ganz schnell wieder – sonst vergesse ich womöglich mich, wenn ich an meine Forenzeit zurückdenken muß…

  2. Ralf sagt:

    Tolles Thema!
    Ich versuche nun auch schon seit einem halben Jahr ein Forum aufzubauen (es ist zum Glück noch offline) und habe schon bei der Themenauswahl so meine Probleme. Am liebsten hätte ich ein „allgemeines Forum“ mit vielen unterschiedlichen Bereichen über die man „diskutieren“ kann. Da hatte ich aber schon einmal einen Anlauf unternommen, nach einem halben Jahr hatte ich gerade mal zwei User, die sich vermutlich nur angemeldet hatten um überhaupt mal irgendwo angemeldet zu sein. Beiträge? Fehlanzeige!
    Und auch mein Weihnachtsforum im vergangengen Jahr (wobei das Thema doch sicher „spezifisch“ ist) war ein voller Flop!
    Ich glaube- so leid es mir tut- „Foren“ sind einfach out.

    Und deswegen ist meins auch noch nicht online.
    Es sei denn, ich finde noch ein paar interessierte.
    Ich habe ja Zeit.

    LG,
    Ralf

    • Mella sagt:

      Ähm Ralf, auch wenn Du mich jetzt masakrieren möchtest – Du müsstest Deinen Foren auch mehr zeit geben…. So ein paar Monate sind doch gar nichts für einen Aufbau….
      Aber davon abgesehen – ich glaube Foren sind wirklich schwer zur realisieren. Die letzten neuen Foren die funktionieren sind die von Peer und Eisy, aber die haben auch einen sehr großen Blog davor mit vielen Kommentaren……..

  3. Iris sagt:

    Ich finde Foren auch ziemlich furchtbar, weil ich bisher immer irgendwie das Pech hatte, in welche zu geraten, wo Leute, die echt Fragen haben, als Dummköpfe behandelt werden, weil sie diese Fragen haben. Und das mit der „Suchfunktion“ ist mir auch schon ungenehm aufgefallen. Insgesamt geht sowas für mich am Sinn eines Forums vorbei. Ich bin dann schnell dabei zu sagen: Dann sollen die arroganten Heinis eben unter sich bleiben und sich gegenseitig selbst beweihräuchern. Brauch ich nicht.

  4. Susanne K. sagt:


    ich gestehe ich bin ein Forenignorant – ich tue mir wahnsinnig schwer etwas nachzuvollziehen, wenn ich es nicht sehe – oder sogar selber gemacht habe – deswegen sind FAchforen nichts für mich. Mit Facebook sieht es schon anders aus. Ich bin in einigen super netten Gruppen drin und das schöne ist: man kann, muss aber nicht kommentieren und wenn man dann mal doch kommentiert, wird man nicht blöd von der Seite „angeschrieben“, was man denn hier wolle

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