Narr oder Narretei?

04 Mrz

WebmasterfridayIm Moment läuft ja der Faschingsendspurt an und man hat keinerlei Chance in Köln oder Düsseldorf einen Ansprechpartner zu finden. Dies war früher in der Arbeit oft mehr oder weniger lustig, denn pünktlich am Rosenmontag hat der Computer aufgegeben und die Zentrale mit dem Server stand in Köln. Finde da mal jemanden.  :face: Da das Bloggerland groß ist, ist diesemal im Webmaster-Friday die Frage, wie Ihr mit dem Fasching umgeht. Führt ihr sogar Büttenreden im Blog oder hofft ihr, dass die Fastenzeit schnell beginnt?

Wie ihr sicher schon gehört habt, feiert der „gemeine“ Bayer anscheinend weniger Fasching. Doch das stimmt so nicht ganz. Es gibt Gegenden in Bayern, da ist Fasching sehr wichtig, denkt einfach mal an das Allgäu oder an Franken. Hier hat der Fasching eine ganz und komplett andere Bedeutung als etwa hier in Oberbayern. Hier ist relativ wenig los und die meisten Personen auf der Straße oder in den Geschäften sind unverkleidet.

Trotzdem habe ich mich mit dem Brauch und dem Brauchtum um Fasching mal beschäftigt und zwar als ich Brauchtumsjahr.de aufgebaut habe.  Hier habe ich doch einige interessante Bräuche in Bayern rund um den Fasching gefunden und die meisten davon haben nur ein Ziel: den Winter auszutreiben. Dieses kalte Wetter und der Schnee sollen doch bitte verschwinden. Und wie verjagt man etwas am besten? Durch furchteinflössende Masken und Lärm und Feuer.

So gibt es eben auch im Fasching viele Masken und das Goaßlschnalzen (Lärm) und eben das Feuer (Funkenfeuer) umd dem Winter einen Abgang schmackhaft zu machen.

Zudem war früher zu Lichtmess (etwa 4. Februar) das Wirtschaftsjahr zu Ende und die Dienstboten durften den Arbeitgeber wechseln und hatten ein paar Tage frei.

Mit diesem Hintergrundwissen kann man auch den Brauch der Bettelhochzeit verstehen, denn hier hin  gingen die ärmeren Leute, die nicht auf einen Faschingsball eingeladen wurden und feierten eine reine „Verarsche“ einer hohen Hochzeit. Diese Bettelhochzeiten sind immer noch sehr beliebt, zumindest in meiner Gegend und eigentlich auch die einzige Veranstaltung, die ich richtig witzig finde. Je nach dem mit wie viel Liebe zum Detail sie gemacht wird.

Und dann sind da noch die Schäffler, die auch während der Faschingszeit aktiv sind. Zumindest alle 7 Jahre und nur in ausgewählten Städten in Bayern. Hauptsächlich da, wo die Pest am meisten wütete. Es war nämlich in der Zeit so, dass sich da keiner mehr aus dem Haus traute und jeder nur in Trauer und Angst lebte. Ein Schäffler kam auf die Idee mit Berufskollegen einen Tanz aufzuführen und mit dem Spektakel die Leute wieder aus dem Haus zu locken und  somit wieder ein wenig Lebensmut einzuflössen. Die Schäfflergruppe aus München ist wohl eine der bekanntesten, doch nächstes Jahr gibt es wieder eine Gruppe in Wasserburg. Junge Männer werden im Moment gesucht (müssen sportlich sein) und die ersten Proben fangen an. Ich bin schon recht neugierig, was es mit dem Schäfflertanz genau auf sich hat.

Auch wenn ich selbst ein absoluter Faschingsmuffel bin und mit der gekünstelten Heiterkeit nichts anfangen kann, wie übrigens auch der Rest der Familie, so finde ich selbst doch die Bräuche sehr interessant und vielfältig. Davon abgesehen schmeckt mir ein richtig guter und frischer Krapfen auch ganz gut. Obwohl – hier bin ich doch etwas wählerisch und mag wirklich nur die selbstgemachten  :tongue: .

 

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