Kundenneugewinnung mit Angebote für Nischen

10 Jul

Es gibt Nischen, die erkennt man oft nicht auf den ersten Blick. Oft sogar nicht auf den zweiten Blick, doch genau für diese Nische hätte man ein geeignetes Produkt. Dieses lässt sich zwar auch so verkaufen, aber….

Okay ein Beispiel:

Ein handelsüblicher Koffer wird normalerweise ein bis drei mal pro Jahr für den Urlaub gepackt. Vor Ort ausgepackt und dann wieder nach Hause geschickt. Dabei muss der Koffer einen Flug überstehen und Bahnreisen oder sich ins Auto quetschen lassen.

Dann gibt es die Geschäftsreisenden. Mit Trollies. Diese müssen schon mehr aushalten. Unterschiedliche Dinge, doch meist werden sie von ihren Besitzern recht pfleglich behandelt. Vorsichtig in ein Auto gehoben und wieder raus oder eben Flüge. Dabei werden oft hochwertige Produkte genutzt. Lange Strecken ziehen oder heben eher selten.

Das war schon eine der beiden Nischen.

Eine weitere Nische sind Internatskinder. Oder Studenten. Hier sind die Koffer und Trollys im Dauereinsatz. Wöchentlich werden sie von A nach B transportiert. Im Sommer mit leichter Sommerkleidung, im Winter mit warmen Sachen. Da Kinder selten ordentlich packen, wird meist gestopft und dann so lange drauf gehupft, bis alles rein passt. Der Verschluss alleine muss meist schon Höchstarbeit leisten. Oder auch die Deckel, wenn dann die Kinder drauf sitzen, hupfen (damit alles rein passt), den Koffer in die nächste Ecken hauen und und und. Dass dabei noch die Rollen und auch die Ziehstangen oft einer besonderen Belastung ausgesetzt sind und möglichst doch auch bitte höhenverstellbar sein sollten (ein 5.Klässler ist nun mal kleiner als die Erwachsenen) spielt sicher auch eine Rolle.

Eine Nische. Klein, aber nicht zu klein. Jedes Kind im Internat braucht einen Koffer.

So, und nun meine Überlegung: Was ist, wenn ich nun einen Koffer hätte, der perfekt für die Zielgruppe ist. Warum wird dieser nicht angeboten? Im Buisinessbereich gibt es schon spezielle Angebote. Aber warum nicht bei den Schulen? Warum macht man sich hier nicht auch die Mühe spezielle robuste und schülergerechte (ich habe extra nicht kindgerecht geschrieben!) Angebote zu erstellen. Auch vielleicht einfach nur mal auf der eigenen Homepage zu erwähnen? Muss ja nicht immer ein eigenes Produkt sein, gibt es doch mittlerweile wirklich farbenfrohe Designs. Und wenn man zu diesen vielleicht noch einen kleinen Service wie Extrarollen oder einen schönen Aufkleber, oder einen Regenschutz zugibt…. Könnte es doch das Angebot attaktiver machen……

Und auch das beste Produkt wird nicht die vollen Schuljahre überleben und man könnte so auch einen Stammkunden gewinnen, und die Mundpropaganda an so einer Schule ist auch nicht zu verachten!

 

4 Responses

  1. Iris sagt:

    Jeder Gebrauchsgegenstand -und das ist ein Koffer ja auch- muss sich doch für den Hersteller rentieren. Du sprichst die Niesche (allein)reisende bzw. vielreisende Kinder an. Mit dem Thema kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus, vermute aber, dass es da einfach nicht genügend Nachfrage gibt, als dass ein Hersteller in diese Lücke springen möchte und sich die Sache für ihn lohnt. Kinder sind zwar die Kunden von morgen, aber Geschäftsleute, deren Firmen die Reiseausstattung zu Höchstpreisen übernehmen, sind dann wohl doch zahlreicher und v.a. zahlungskräftiger. Ich persönlich „kenne“ z.B. nur ein einziges Kind, das ins Internat geht und dabei an fast jedem Wochenende an- und abreist. Und das ist dein Sohn. er ist überhaupt das einzige Internatskind, das mir bekannt ist.

    Gestern hatte ich auf dem Flughafen zu tun und kann mir angesichts der vielen Koffer für Kinder und Jugendliche, die ich da in allen Farben und Größen bei der Abfertigung sah, allerdings gar nicht vorstellen, dass es ein Problem sein kann, etwas Geeignetes fürs Internat zu finden. Da hatte wirklich jedes Schulkind sein eigenes Gepäck bei sich.

    Wenn Hersteller Nieschen entdecken und füllen, dann müssen sie sicherlich immer auch abwägen, ob diese Niesche groß genug ist, um sich zu rentieren. Je kleiner sie ist, desto teurer werden die Sachen. Und da könnte ich mir vorstellen, dass es dann für viele potentielle Nieschenkunden eben doch wieder die Normalausführung zum kleinen Preis auch tut.

    • Mella sagt:

      Das ist jetzt falsch angekommen. Die Produkte gibt es ja. Manche sind mehr geeignet für Kinder als andere. Geh mal auf einen Shop. Da findest Du z.Teil Businessmodelle. Aber es gibt ja auch die farbenfrohen Varianten. Und nicht jeder Koffer wird für das gleiche hergestellt. Manche sind robuster, andere leichter etc. Wenn man hier gleich auch auf Nischen eingeht, wie etwa – ein sehr robuster und stabiler Koffer für Kinder und/oder ein sehr leichter Koffer für Geschäftsreisende oder oder oder.
      Das meinte ich.
      Seine vorhandenen Produkte und Möglichkeiten auch für die Nischen ein wenig hervorzuheben oder zu modifizieren. Wie etwa mit Beigaben, Sammelbestellungen etc. Also keine kompletten Neuerungen, sondern einfach Anpassungen und oft reichen hier ja Kleinigkeiten (kostengünstige) aus.

  2. Iris sagt:

    Ach so, jetzt verstehe ich. Du meinst, man müsste mehr für die Vermarktung in den Nischen tun. Da kann ich aus Erfahrung sagen, dass viele Hersteller oder Händler einem, wenn man sie persönlich anspricht, sehr entgegenkommen.

    Meine Tochter war mal so eine Art Botschafterin (Werbeträger wäre zu viel) für einen Hockeyartikelhersteller. Mit dessen Sachen lief sie dann rum und auf diese Art und Weise wurden zwei Mannschaften mit Taschen und Accessoires zu extrem günstigen Bedingungen versorgt und zwar ohne, dass es irgendwie einen Werbevertrag oder sowas gab. Je zehnte Tasche gab es z.B. eine gratis und die Mädels erhielten noch kleine Beigaben wie Kettenanhänger. Und da die Tasche auch mal mit in die Schule genommen wurde, entstand auch da plötzlich Nachfrage außerhalb des Sportbereiches. Muss allerdings dazusagen, dass das eigentlich ein Onlinehändler war, der im privaten Keller im Berliner Umland sein Lager hatte, wo man eben auch mal persönlich vorsprechen konnte. Bei solch kleinen Einrichtungen geht sowas dann einfacher. Und man kannte sich schon vorher persönlich aus dem Sportbetrtieb.

    • Mella sagt:

      Ja, genau. Und ich kenne erstaunlich viele Kinder auch außerhalb unseres Internates, welche eine ähnliche Schulform nutzen. Wenn man sich unterhält, werden es immer mehr. Beim Sport, wenn man sich eh schon kennt, ist es leicht, doch als Eltern, die neu auf ein Internat kommen, ist es schwerer, da Kontakte und Infos zu bekommen.

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