Kultmarke Tempo-Taschentücher

06 Okt

Im Winter hat das Taschentuch Hochsaison, doch es wird das ganze Jahr gebraucht man denke an Heuschnupfen oder eine Sommererkältung. Bis Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts kannte man nur die Stofftaschentücher die damals noch von Hand gewaschen werden wussten. 1929 kommt es zu einer Innovation das Papiertaschentuch wird entwickelt. Oskar Rosenfelder, Mitbesitzer der Vereinigten Papierwerke meldet am 29.01.1929 die Marke „Tempo“ beim Reichspatentamt an. Das beste daran ist noch das Wundertuch aus Zellstoff ist weich, reißfest und saugfähig zugleich. Ein weiterer Vorteil war das man das Papiertaschentuch in der Regel nur einmal benütze und sich nicht wie bei einem Stofftaschentuch wieder „selbst ansteckte“. Diese Ansteckungsgefahr machte man sich in einer Zeitungsanzeige zu nutze . Hier hieß es: “ Ist Herr Müller rücksichtslos? “ Da Herr Müller seine Frau immer noch seine vollgeschnupften Stofftaschentücher mit der Hand waschen ließ und so seine Frau den Bakterien aussetzte.

Aber aller Anfang war schwer und heute kaum noch vorstellbar, denn die 18 Tüchlein wurden damals noch von Hand gefalten und in das Tütchen gesteckt. 1933 wurden bereits 35 Millionen Stück produziert. Ab 1935 war Gustav Schickedanz der alleinige Besitzer und setzte bereits an die 400 Millionen Tempos ab. Auch heute werden die meisten „Kultzellstofftücher“ noch in Deutschland (Neuss) produziert was schon erwähnenswert ist da ja viele Firmen ins Ausland flüchten da sie hier billigere Herstellungskosten haben. In der deutschen Fabrik werden im 3-Schichtbetrieb mit ca. 270 Arbeiten rund 7 Millionen Päckchen ( Inhalt jetzt 16 Stück ) produziert.

Wie bei anderen Produkten auch ändert sich Aufmachung der Verpackung und der Tücher im Laufe der Zeit.
In den 50ér Jahren kommt der „Brechpack“ ( das Päckchen ist in der Mitte durchknickbar ),
in den 60´ern der „Tempo-Griff“ ( Entfaltung mit einer Hand ),
in den 70ér Jahren die Z-Faltung ( noch leichtere Entaltung ),
in den 80érn die wiederverschießbare Verpackung,
in den 90ér Jahren für den Umweltschutz werden die Tücher nur noch aus sauerstoff-gebleichtem Zellstoff hergestellt.

Auf Tempo wir auch der Konsumgüterriese aus den USA Procter & Gamble aufmerksam und übernahm Tempo 1994. Tempo muß sich aber in Zukunft immer wieder Innovationen einfallen lassen damit man keine Marktanteile an die starken Mitbewerber verliert.

3 Responses

  1. Iris sagt:

    Weißt du, wie das Taschentuch zu seinem Namen gekommen ist? Ich hörte glaub ich mal, es hätte mit der Faltung zu tun, die die schnelle Einsetzbarkeit gewährleistet. Wenn ich jetzt aber hier lese, dass das Entfalten immer leichter wurde, kann ich mir kaum vorstellen, dass es am Anfang, also in den „Kinderschuhen“, mit die Namensgebung verursacht haben soll.

    • Mella sagt:

      Antwort von mir, weil Stef in der Arbeit ist:
      Der Name kommt daher, weil man es schnell benutzt und dann wieder entsorgen kann – ganz im Gegenteil zu den damals gebräuchlichen Stofftaschentücher. Diese mussten danach gewaschen und gebügelt werden.

      Da in den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts die Zeit des schnellen Lebens angebrochen war, wurde das Tuch nach der Geschwindigkeit – Tempo genannt.

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