Fremdsprachiger Content?

22 Jun

WebmasterfridayBeim heutigen Webmasterfriday wird gefragt, ob sich fremdsprachiger Content auf den Webseiten lohnt.

Okay, die Frage ist vielleicht etwas falsch gestellt, fremdsprachiger Content sollte sich eigentlich immer lohnen, wenn er die Webseite denn bereichert. Aber

ja, ganz großes Aber

Auf welcher Webseite lohnt sich fremdsprachiger Content?

Wie ihr seht, und wie ihr meine Seiten kennt, wisst ihr, dass ich hauptsächlich internationale Endungen nutze, wie etwa .com, .org etc. Jetzt könnte man argumentieren, dass es sich alleine schon aufgrund dieser Tatsache fremdsprachiger Content lohnen würde. Nö, vergesst dieses Argument. Die Zeiten, in der diese Endungen für Internationalität standen sind längst vorbei.

Das zweite Argument wäre, ich schreibe so wichtige Dinge, die auch ausländische Besucher interessieren und die diese umsetzen können. Ich? Nö, ich weiß, dass es sich hier um einen kleinen Blog handelt. Es sich beim privaten Blog um auch regionale Gegebenheiten dreht und in Buchkritik deutsche Bücher behandelt werden. Nein, meine Blogs sind nicht so „wertvoll“ als dass eine Übersetzung wirklich nötig wäre.

Bringt fremdsprachiger Content mehr Besucher?

Aber könnte ich nicht mit fremdsprachigen Content so wachsen, dass es sich doch lohnen würde? Gut, ich oute mich jetzt mal. Wir haben eine Webseite FKK-Camping.org. Lacht jetzt nicht, es war eine Marktlücke und wir Campen gerne (wenn auch Textil) und wir haben festgestellt, dass das Keyword gesucht wird und kaum Angebote vorhanden sind. Aber nun zum eigentlichen Thema. Hier sind Campingplätze in Europa aufgelistet, an denen textilfreies Urlauben möglich ist. Also auch in Frankreich (vor allem da), Deutschland, Italien etc. Also wirklich international. Wir haben hier ein Plug-In eingebaut, an denen auch nicht-deutsch-sprechende-Urlauber die zugegebenermaßen sehr kurzen Texte (reine Infos, ohne Satzbau) sich automatisch übersetzen lassen können. Nur um sicher zu gehen, dass die Seite mit internationaler Endung die Ansprüche auch erfüllt.

Heute, bei der Recherche zu dem Thema, habe ich mir mal die Besucherzahlen angeschaut (dafür dass von uns nicht mehr viel gemacht wird, immer recht schöne Zahlen), ABER nur 0,xxx Besucher aus fremdsprachigen Regionen. Englisch wird mit 4,xx noch am häufigsten als Browsersprache angegeben. Zumindest laut Google Analytics.

Also deutscher Content mit automatischer Übersetzungsmöglichkeit bringt sicher keine weiteren ausländischen Besucher her.

Woher den Content nehmen?

Heißt das nun, dass die kleinen Plugins und Helferlein nichts bringen? Eindeutig. Und erschwerend kommt ja hinzu, dass ich hier kein reines Schriftdeutsch schreibe. Ja, schon klar, es ist Deutsch, deutscher Satzbau, deutsche Grammatik. Aber wenn meine Lehrer von damals diese Beiträge lesen würden, würden sie nur noch kopfschütteln und Hopfen und Malz bei mir verloren geben. Ich schreibe ein gemütliches Mischmasch aus Schriftdeutsch und Umgangssprache. Mit Floskeln (die man eh nicht übersetzen kann) und bayerischen Einschlägen. Ich schreibe halt so wie ich bin – und  hey, es ist mein Blog! (Und wenn Du soweit gekommen bist, kommst Du anscheinend damit gut zurecht )

Also was bleibt? Alles übersetzen?

Sicher nicht. Mein Englisch ist nicht gut und flüssig genug, als dass ich diese hier anbieten könnte. Mein Französisch so gut wie nicht mehr vorhanden und Italienisch, welches uns von den Fremdsprachen her geografisch am nächsten liegt – kann ich nicht.

Google Übersetzer? Geht nicht, bzw. da könnte ich auch mein Englisch auspacken – ist genauso peinlich.

Und nun?

Schuster bleib bei Deinen Leisten und Mella bleibt beim Deutsch

9 Responses

  1. Interessantes Thema, über das ich in letzter Zeit auch schon häufiger nachgedacht habe.
    Ich denke schon, dass die Blogosphäre beispielsweise im englischsptrachigen Bereich sehr viel aktiver und weiter ist – von daher wäre ein mehrsprachiger Blog für einige Leute sicher schon sehr interessant.
    Wovon ich allerdings fest überzeugt bin: Automatisierte Tools zur Übersetzung sollte man höchstens zu Halloween oder anderen schaurigen Anlässen nutzen – ich denke jeder kennt die mehr als gruseligen Ergebnisse, die dabei raus kommen, wenn man beispielsweise Google um eine Übersetzung bittet.
    Wenn man sich dazu entscheidet, mehrsprachig zu bloggen, sollte man das ganze meiner Meinung nach auch ernst nehmen und sich die Mühe machen, das ganze „per Hand“ zu übersetzen – oder jemanden dafür zu bezahlen.

    Liebe Grüße
    Stefanie

    P.S.: Bayrisch hab ich nicht gefunden, mit den Floskeln und der Umgangssprache komm ich sehr gut klar, servus

    • Mella sagt:

      Das meine ich auch, wenn schon, dann denn schon richtig. Und das ist das Problem bei den kleinen Blogs. Du freust Dich, wenn Du überhaupt ein paar Leser hast und dafür, dass nur ein paar mehr kommen die ganze Arbeit… Hm.
      (Bayerisch verstecke ich ganz gut. Fällt mir oft bei der Grammatik und bei der doppelten Verneinung auf)

  2. Sabienes sagt:

    So, so.. FKK-Camping … Ist das heute überhaupt noch interessant?
    Wenn international würde ich meinen Blog auf Bayerisch schreiben ;-)
    Sabienes

    • Mella sagt:

      Anscheinend interessieren sich noch genug Leute dafür……
      Bayerisch schreiben musst auch erst mal können. Aber ja, wäre mal echt interessant einen Blog auf bayerisch zu lesen.

  3. Sabienes sagt:

    Boarisch Blogging …. Des wär a Sach‘!
    Sabienes

  4. seowolves sagt:

    Es ist schon möglich mit auto Übersetzung deutlich mehr Traffic zu machen. Nur ist der Traffic der so entsteht in der Regel nur sehr schwer monetarisierbar

  5. Stephanie sagt:

    Als studierte (lass heraushängen) ;) Übersetzerin reizt es mich ungemein, auch mal englischen und italienischen Content einzustellen, um zu sehen, ob sich bei den Besuchszahlen etwas tut. Aber das ist enorm viel Arbeit… Finger weg von den automatischen Übersetzern… Ich liebäugele mit einem Fotoprojekt. Die 2, 3 Zeilen Erklärung zu einem Foto wären noch machbar, aber ganze Texte zu übersetzen lohnt vermutlich für unsere Blogs nicht. Dafür gibt es viel zu viel muttersprachliche Konkurrenz.

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