Endlich wieder Webmaster-Friday haben wir eine Wahl?

20 Apr

WebmasterfridayNee, die Wahl habt ihr nicht – ich darf endlich wieder einen Artikel für Webmasterfriday veröffentlichen. Doch eigentlich habt ihr eine Wahl – ihr könnt den Beitrag nicht lesen und meinen Blog verlassen. Doch dann verpasst ihr genau dieses Thema

Haben wir eine Wahl? Gibt es Alternativen?

Hm, die Fragestellung ist ein wenig falsch formuliert. Es müsste heißen gibt es sinnvolle Alternativen. Denn wie immer, kann man sich auch komplett verweigern. Doch ob es sinnvoll ist – steht auf einem anderen Blatt.

Worum geht es genau?

Ganz einfach – viele von uns mögen Facebook nicht – trotzdem sind wir alle dort. Ich auch. Viele von uns schimpfen über Google. Trotzdem nutzen wir alle die Produkte. Wir meckern über Designänderungen und machen weiter. Wir ärgern uns über gesperrte Videos, stellen unsere aber genau auf dieser Plattform wieder ein. Ich gehe sogar weiter – wir ärgern uns alle über die Politker und trotzdem werden sie wieder gewählt.

Das ist schon ein komisches Phänomen, welches in meinen Augen zwei Gründe haben kann:

Warum verhalten wir uns so

1. Wir meckern gerne

besser gesagt Veränderungen sind uns suspekt und deshalb wird gemecker. Wir sind gerne Rudeltiere und schimpfen mit, wenn das Leitschaf meckert. Es macht Spaß alles negativ zu sehen.

Nein? So sind wir nicht bzw. so wollen wir nicht sein? Gut so.

2. Wir haben keine Alternativen

Facebook

Öhm, ja, genau. Denn seien wir mal ehrlich. So ist es doch größtenteils. In Facebook sind alle vertreten. Eben auch unsere Kunden und Leser. Wenn nicht dort, wo sollten wir sonst einfach und schnell Kontakt aufnehmen? Twitter bietet zu wenige Möglichkeiten und Google+ – ähm ist von Google und leider sind dort hauptsächlich internetaffine Leutz drin und nicht unbedingt unsere Zielgruppe. Oder zumindest nur ein Teil davon.

Tja und Google

Genau. Wer ist DIE Suchmaschine? Wer bietet Adsense? Wer hat die meisten Nutzer? Wer hat Picasa, Blogger und Co und alles vernetzt? Ja, genau Google. Und Bing als Alternative? Grins – das ist Microsoft – also habe ich die Wahl zwischen Pest und Cholera und nehme also das was mir selbst noch am Meisten bringt. Also auch die meisten Besucher.

Youtube

Wir schimpfen alle, dass Videos gesperrt sind. Trotzdem nutzen wir die Plattform weiter fleißig. Allerdings sehe ich hier schon mehr Mitbewerber, genauso wie bei den Bildern. Es gibt zwar einen „Platzhirschen“, doch die andern stehen schon bereit und haben mittlerweile auch eine ansehnliche Herde hinter sich gescharrt. Wie etwa Myvideo bei den Videos, und bei den Fotos Flickr und Picasa.

Bei der Benutzung der Dienste kommt es halt auch immer auf die Bedienbarkeit und eben auf die Zielgruppe an. Denn genutzt wird, wo man selbst am meisten Vorteile hat.

Das Thema Politik

Hier ist es echt ein Problem der Alternativen. Mit den aktuellen Politkern ist man unzufrieden. Doch wen dann wählen?

1. Jemand aus den großen Parteien – bedeutet – dass es keine Änderungen gibt, denn die Chefs werden weiter an der Macht bleiben, auch wenn ich selbst einen Hinterbänkler wähle, der sonst eher unbekannt ist.

2. Gar nicht wählen – auch keine Alternative – zumindest sinnvoll, denn dann kommen die an die Macht, die ihre Anhänger zur Wahl motivieren können – z.B. NDP. Wollen wir das wirklich?

3. Splitterpartei

a) Sie sind so klein, dass sie die 5 Prozent Hürde nicht schaffen – also Verpufft meine Stimme auch in der Luft – bäh

b) sie haben sogar eine kleine Chance (z.B. Piraten) haben aber

– keinen Platz in der Regierung, sondern nur in der Opposition – und können leicht überstimmt werden

– sie haben oft nur ein sehr eingeschränktes Wahlprogramm und müssten das Regieren und die Politik erst mal lernen

Fazit

Egal in welchem Bereich, egal wie man es dreht und wendet. Momentan gibt es kaum Alternativen und wir müssen das Beste aus der Situation machen. Das ist übrigens eine Lektion des Lebens, dass man sich nicht alles aussuchen kann.

Was wir aber machen können – Schritt für Schritt nach Alternativen suchen und Schritt für Schritt die Alternativen aufbauen. Gerade dies kann man in der Politik im Moment schön beobachten. Egal ob die Piraten schon regieren können. Egal ob ihr Wahlprogramm eingeschränkt ist. Sie werden gewählt. Schaffen den Sprung in die Landtage. Sind ein Stachel im Fleisch der Großen.

Und wer weiß? Die Grünen haben ja auch mal sehr klein mit nur einem beschränkten Wahlprogramm angefangen. Vielleicht schaffen es die Piraten ja auch. Und davon abgesehen –

Jetzt liegt es an uns!

Wie an uns?

Ganz einfach. Es ist unsere Chance etwas zu ändern. Die Piraten sind noch offen. Hören auf die Basis. Auf die potentiellen Wähler. Sind im Netz. Wir sollten dann also nicht nur meckern, im stillen Kämmerlein womöglich noch. Nein, wir sollten wirklich auch selbst sagen, was wir möchten.

Das gilt auch für die anderen Alternativen. Wenn ich nicht Google als Platzhirsch haben möchte, sollte ich vielleicht auch mal selbst die Alternativen nutzen. Und nicht auch meine privaten Suchanfragen über diese Suchmaschine abwickeln.

Ich sollte meine Bilder und Videos auch auf anderen Plattformen zur Verfügung stellen.

Ich sollte mich auch in anderen sozialen Netzwerken engagieren.

Wenn wir nicht selbst aktiv werden – wird sich auch nix ändern. 

 

Ich weiß, das ist schwer und unangenehm und ich nehme mich auch nicht davon aus. Doch auch kleine Schritte helfen hier. Dürfen wir nur nie vergessen.

 

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6 Responses

  1. Iris sagt:

    Du hast dir viele wichtige Gedanken gemacht und wirbst ja dafür, sinnvollen Alternativen eine Chance zum Großwerden zu geben. Das finde ich bei Themen wie Suchmaschinen oder Fotoplattformen auch gut, denn sind wir doch mal ehrlich: Unsere Zukunft hängt nicht davon ab, womit wir suchen oder wo wir unsere Sachen veröffentlichen. Ist eine Frage der Gewohnheit und Benutzerfreundlichkeit usw. Kann man also ruhig mal „exotisch“ oder „anders“ sein als die große Masse und sich dann freuen, wenn die gewählte Alternative langsam populär wird.

    Für die Politik wäre ich da wesentlich vorsichtiger. Ich finde, hier sollte man sehr genau hingucken, wem man seiine Stimme quasi als Protestwähler gibt, nur weil die anderen nicht das Gelbe vom Ei sind. Hier gehen ja auch die „Angebote“ (Programme) weit auseinander. Leider (?) hat die Wählerentscheidung auf diesem Gebiet aber weitreichendere Konsequenzen für das achte Leben als die Entscheidung für eine Plattform, wo man sich erstmal recht folgenlos austoben kann. Ich möchte nicht im realen Leben den Sandkastenspielen irgendwelcher Exoten ausgeliefert sein, deren Programm im Moment überwiegend im Neinsagen besteht und wo man gar nicht weiß, was draus wird. Wenn mir im Internet was nicht passt, kann ich in Sekundenbruchteilen davon Abschied nehmen. Nicht so in der Politik. Und darum wäre ich da ganz vorsichtig, jemanden bei seiner Selbstverwirklichung zu unterstützen.

    • Mella sagt:

      Ja, das sehe ich auch so. Doch habe ich genau auch hier, dass meine Wählerstimme ggfs. zu klein ist, um etwas zu bewirken.
      Stell Dir mal vor – ich hätte eine Superduper-Partei (höhö) und ich wähle sie. Schaffen sie die 5% Ja – nein????
      Wohl eher kaum.
      Wähle ich einen der großen? Okay, ich stimme vielleicht in den einen oder anderem Punkt mit einer Partei überein – doch was sonst so läuft – gefällt mir nicht – zu undurchsichtig. Was ist dann die Alternative? Trotzdem wählen und auf das Beste hoffen?
      Wohl auch nicht.
      Da die Selbstverwirklichung ja relativ langsam von statten geht, kann man hier vielleicht sogar mal ein Experiment wagen, wenn man nicht den Standard wählen möchte. Immer noch besser als gar nicht zu wählen.
      Das ist meine Meinung.

  2. Iris sagt:

    Ja, gar nicht wählen geht gar nicht. Ich persönlich muss sagen, dass es mir schwer fällt, eine Partei zu finden, mit der ich voll und ganz übereinstimme. Also wähle ich nach dem Prinzip kleinstes Übel bzw. größtmögliche Übereinstimmung. Das geht natürlich dann am besten, wenn die entsprechende Partei ein eher breites Programm hat. Was mir´davon dann nicht passt, schlucke ich eben notgedrungen, tue das aber lieber als mich auf jemanden festzulegen, dessen Ansichten ich zwar voll zustimme, der aber zu vielen anderen Dingen, die mir wichtig sind, gar nichts sagt. Dann weiß ich nämlich nicht, woran ich bin, werde aber irgendwann, falls diese Partei zu genügend Einfluss gelangt, mit Dingen konfrontiert, die mir nicht gefallen. Naja, wenn man mal ehrlich ist, ist auch auf die Programme der anderen nicht immer Verlass….Politik eben…

    • Ingrid sagt:

      …welche Partei entscheidet nach ihrem Programm? – kenne keine ! Es gibt immer Zugeständnisse und Entschuldigungen warum sie gegen ihr Programm stimmen müssen (die liebe Macht)!
      Unter einem grünen Aussenminister zog Deutschland zu ihrem 1. Militätischen Einsatz ins Ausland; das stand nicht im Programm der Grünen – wenn sie mal an der MACHT sind, wollen sie dort bleiben, auch wenn sie gegen ihre Grundsätze verstoßen!!!

      • Mella sagt:

        Schrecklich, oder? Man soll nach einem Programm entscheiden und wählen und dann interessiert es keinen. Auch wie die FDP sich gerade mit dem Betreuungsgeld darstellt ist einfach nur peinlich. Frei nach dem Motto – zwar haben wir es im Koalitionsvertrag mit unterschrieben, aber wir müssen uns jetzt nicht mehr daran halten, denn Kompromisse muss mal halt eingehen, aber nicht durchführen. Das ist doch einfach nur noch oberpeinlich.

  3. Sabienes sagt:

    Wow! Gut gebrüllt, Löwe! -äh … Verzeihung, Mella!

    Wir können aber tatsächlich viel erreichen, Zuckerberg hat auf einige Proteste, bzw. Fragen (z.B. zu den Bildrechten) eingehen müssen, Google konnte in Deutschland sein Street-View-Projekt nur eingeschränkt durchziehen.
    Das sind zwar nur kleine Schritte, aber kleine Schritte können verändern.

    LG
    Sabienes

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