Einzahl oder Mehrzahl in der Ansprache?

10 Feb

Dieses Thema beschäftigt mich jetzt schon eine ganze Woche. Ständig grüble ich hin und her, was jetzt nun richtig ist. Da es sich hierbei um meine Leser handelt, ist es sicher sinnvoll, diese auch zu fragen. Also Euch oder Dich?

Ja, genau darin liegt mein Dilemma.

Wie spreche ich meinen Leser an?

Wenn ich nun hier an meinem Bildschirm sitze und etwas schreibe, denke ich auch klar an den Leser, der dies hoffentlich auch lesen wird.  Eitel wie ich bin – und die Zahlen geben mir zum Glück auch recht – gehe ich davon aus, dass ich nicht nur einen einzigen Leser habe. Also denke ich sofort im Mehrzahl-Modus. Das bedeutet auch gleichzeitig, wenn ich den/die Leser direkt ansprechen möchte, dass ich die Mehrzahl verwende – also Euch, Ihr, etc. (über Du und Sie will ich jetzt gar nicht schreiben).

Nun soll man sich als Blogger ja auch Gedanken über seine Leser machen. Der einfachste Weg einen Leser zu beurteilen, ist das eigene Leseverhalten anzuschauen. Doch halt, hier fällt mir was auf:

Der übliche Leser hinter dem Bildschirm

Ja, genau, der übliche Leser am Bildschirm sitzt alleine da. Vielleicht noch Katze oder Hund neben sich, aber meine Texte werden meist nur von einer Person gelesen. Dass es mehrere einzelne Personen in ganz Deutschland verteilt sind, ist sicher wunderbar, doch liest eben jeder von Euch alleine.

Und ja, wäre die richtige Ansprache nicht eigentlich „Du“. Denn Du sitzt mir ja (mehr oder weniger) gegenüber. Denn Du liest meine Texte.

Was ist denn nu richtig?

Tja, und genau über diese Frage grüble ich schon die ganze Zeit. Viele Blogger schreiben (wohl automatisch) die Mehrzahl an. Daran habe ich mich meist gewöhnt und ich bin ja nicht anders. Doch wenn man aus dem Blogfenster mal ein wenig rausschaut, dann ist das nicht gar so selbstverständlich. Mein Mann zum Beispiel würde Euch einzeln ansprechen – also Dich ansprechen.

Am Anfang hat mich das regelrecht irritiert. Auch bei den Tutorials finde ich das Du zwar sehr nett und spricht mich direkt an, doch kann es auch leicht „oberlehrerhaft“ wirken. Da meine Spezialität sowieso der Elefant im Porzellanladen ist, habe ich gleichzeitig dann die Befürchtung den einzelnen Leser gleich damit zu veschrecken. Bei „Euch“ könnte man sich ja davon ausnehmen, weil man ja (noch) nicht zu der Gruppe der (regelmäßigen) Leser gehört.

Genau, das ist vielleicht auch noch ein Argument für die Mehrzahl. Ihr bildet die Gruppe der Leser von Nachsitzen. Ich behaupte einfach mal, dass es sich hierbei um eine nette und schöne Gruppe handelt, bei der man gerne Mitglied ist.Stärkt das „Euch“ auch gleichzeitig dieses „Zusammengehörigkeitsgefühl“ ?

Ich frage Euch/Dich

Ihr habt gesehen – ich habe keine Peilung, was nun wirklich gewünscht wird. Deshalb ist es sicher gut, wenn ich diejenigen entscheiden lasse, die es auch betrifft und bitte meldet Euch /melde Dich in den Kommentaren oder klicke kurz auf die Umfage, damit ich bald wieder flüssig schreiben kann.

Danke

Umfrage:

Tags:

8 Responses

  1. Tina sagt:

    Ich bevorzuge die Mehrzahl…auch wenn ich alleine am PC sitze. Ich kann mich dann bei bestimmten Dingen einfach ausnehmen weil ich mich nicht angesprochen fühlen muss wenn ich nicht will…außerdem wirds ja beim Fernsehen oder in Zeitungen auch so gemacht, wahrscheinlich aus diesem Grund? So kann man sich einfach ein bisschen in der Gemeinschaft der Leser, Zuhörer oder Zuseher verstecken :p

  2. nasch sagt:

    Mehrzahl *lach* Wie du schon sagtest, das andere klingt für mich auch eher Lehrhaft, irgendwie schwer zu beschreiben :D

  3. Sylvi sagt:

    Hej Mella,

    mit dieser Frage habe ich mich auch schon befasst und bin letztendlich zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Es hängt wohl davon ab, welches Thema in dem jeweiligen Beitrag behandelt wird.
    Ich habe mir bewusst mal einen Beitrag auf einem anderen Blog durchgelesen, worin sehr oft „Du“ vorkam, aber negativ fand ich das auch nicht unbedingt. Manchmal bietet es sich wohl vor allem dann an, wenn man schrittweise eine bestimmte Vorgehensweise (z. B. bei Tutorials) beschreibt: „Gehe zu den Optionen und klicke auf auf den obersten Button“. Finde ich okay.

    Aber weißt Du was? Als ich mir noch mal genauer meinen Blog angeschaut habe, musste ich glatt lachen. Bei den meisten Erklärungen, in denen Schritt für Schritt vorgegangen wird, verwende ich vorzugsweise das „ich“. :lol:

    Warum? Ich blogge ja sehr häufig über Problemlösungen, und vermeide wohl deswegen genau aus dem Grund das „Du“, den nasch ansprach: weil ich eben nicht oberlehrhaft wirken will, sondern nur beschreibe, wie ich selber vorgegangen bin, um ein Bug zu beheben.

    Vielleicht auch, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass mein Tipp oder Trick DIE ultimative Lösung eines Problems ist, sondern EINE Möglichkeit ist und es eben bei mir funktioniert hat.

    Mit anderen Worten, es handelt sich um Probleme die ich hatte, bei denen ich aber nicht unbedingt davon ausgehen muss, dass auch andere damit konfrontiert sind. Oder auch: „So habe ich es gemacht, wie DU es machst, bleibt Dir selber überlassen“ und soll eben keine Vorschrift sein. Es ist ein bisschen schwer zu erklären 8)

    Lieben Gruß

    P.S.: Ich habe übrigens für „Euch“ gestimmt … rein intuitiv. ^_^

    Lieben Gruß
    Sylvi

  4. Iris sagt:

    Ich finde „Euch“ auch besser. Einerseits, wie hier schon gesagt wurde, kann man sich bei Bedarf besser „ausklinken“, andererseits ist es eine Art Gruppengefühl, das mir gefällt. Dann kennt man es aus Medien wie Zeitung, TV, obowhl die ja die Leser/Zuschauer meistens siezen, was ich für einen Blog unangemessen fände. Ich glaube, bei Tutorials würde ich ins neutrale „man“ ausweichen.

    Beim Du vermisse ich manchmal die Distanz, die man ja zu eigentlich unbekannten Menschen hat, auch wenn man regelmäßig bei ihnen liest. Komischerweise stört es mich aber nicht, die Autoren dann in Kommentaren zu duzen und von ihnen geduzt zu werden, weil ein Kommentar für mich einfach persönlicher ist als ein Artikel. Und die eventuelle Antwort darauf, betrachte ich auch als eine besonmdere Zuwendung,, zu der das Du gut passt. Oh mein Gott, jetzt wirds seltsam :whistle: Also hör ich mal auf.

  5. Sascha sagt:

    Darüber habe ich mir auch schon manches mal Gedanken gemacht. Meist nutze ich die Mehrzahl, vor allem auch darum, weil ich selbst mich wohler fühle, wenn ich auf einem Blog als Teil einer Gruppe angesprochen fühle. Zum „Du“ greife ich nur sehr selten. Meist dann, wenn ich ausdrücklich möchte, dass sich ein Leser ganz direkt angesprochen fühlt, weil ich beispielsweise möchte, dass er sich über irgendetwas Gedanken machen soll, ohne sich „in der Gruppe“ zu verstecken^^

  6. Sandra sagt:

    Ich bin auf alle Fälle auch für die Mehrzahl, zum einen weil ich hoffe das der Beitrag von mehr als einem Menschen gelesen wird :lol: zum anderen aus genau dem Grund den Tina oben genannt hat. Der Leser kann sich inbegriffen fühlen, bzw. distanzieren, das ist bei Du Texten wesentlich schwieriger. Wenn es nicht gerade die beste Freundin ist die ein Blog betreibt, fühle ich mich bei Du Artikeln irgendwie komisch. (Frach nich, iss so)

    Liebe Grüße

  7. Funkelfaden sagt:

    Ich finde auch einedeutig die Mehrzahl besser, auch wenn ich mich selbst häufig dabei ertappe plötzlich in der Einzahl zu schreiben…

Leave a Reply