7 Todsünden einer Domain

24 Mrz

Vor einiger Zeit habe ich auch schon über die gravierensten Fehlern bei einer Webseite geschrieben. Man kann aber auch vorher schon viele Fehler machen, und zwar direkt bei der Domain selbst.  Auch hier habe ich wieder 7 Todsünden gefunden, die man besser vermeiden sollte:

1. Markennamen in der Domain

Dies ist der größte Fehler überhaupt, den man machen kann. Einen Markennamen im Domainnamen verwenden. Das kann nur nach hinten losgehen, denn kein Unternehmen hat es gerne, wenn sein Name „missbraucht“ wird. Das betrifft auch positive Seiten, denn die Unternehmen verlieren so den Einfluss auf den Inhalt.  Also bitte niemals z.B. VW-Autos.de registrieren.

Selbst bei Fan-Seiten kann es problematisch werden, wie etwa wii-spiele-tricks.de  Hier würde zwar bestimmt nur positives berichtet werden, doch ich persönlich würde auch hier die Finger davon lassen, denn was bringt es mir, wenn meine Seite zwar eine Weile besteht, ich hier Zeit und Geld investiere, und irgendwann der Hersteller eine Weiternutzung verbietet. Lieber gleich Konsolenspiele-tricks.de reservieren und den Schwerpunkt auf die Wii legen, aber flexibler noch auf weitere Produkte, wie Playstation, X-Box und wie sie alle heißen, reagieren können.

Zu den Markennamen zählen auch die einzelnen Produkte. Golf-Auto.de ist genauso gefährdet. Ein etwas unbedarfter Webmaster hatte eine Abmahnung bekommen, da er einen Schuhnamen-Schuh.de registiert hatte, darunter einen Shop laufen lies. Dies war mit dem Hersteller natürlich nicht abgesprochen und hier kann man nur sagen – selbst schuld, keine Markennamen in Domains, denn das kostet nur Geld.

2. Tippfehlerdomains

Blöde nur, wenn man eine Domain registriert, die falsch geschrieben ist. Entweder ist das einfach nur doof, weil man sich verschrieben hat, oder dumm, wenn man dies mit Absicht macht. Vor allem, wenn man Markennamen verwendet und diese extra ein wenig falsch schreibt. Auch hier ist man dann vor einer Abmahnung nicht sicher und dies zurecht.

Ansonsten, denkt bitte auch an Eure Nutzer! Ich gehe mal davon aus, dass meine Leser richtig schreiben können und wollen und sich ein richtig geschriebenes Wort besser merken, als einen Rechtschreibfehler.

Wenn es doch passiert ist, dann bleibt einem, bei generischen Begriffen, nur zwei Möglichkeiten: Entweder versuchen das richtige Pendant auch zu bekommen, und wenn nicht, dann den Fehler originell in der Werbung nutzen: wie etwa bei lodopaedie.de ganz originell gelöst. (Obwohl hier eher Absicht dahinter steckt…. :cwy: )

3. Tippfehleranfällige Domains

Diese Domains gehören fast schon in die gleiche Gruppe wie bei 2. . Es gibt Wörter, die von sehr vielen Menschen falsch geschrieben werden. Wie etwa Standart/Standard, Spaghetti etc. . Wenn nun Domains genutzt werden, die anfällig für Tippfehler sind, gehen eine Menge Besucher verloren, vor allem wenn ich die ganzen falschen Domains nicht selbst registriet habe. Was wiederum eine Geldfrage ist. Doch wenn man nun bereits größer geworden ist, dann würde dieser Verlust auch ins Geld gehen und man müsste sich spätestens dann Gedanken machen, wie man das Dilemma lösen kann. Besser vorher sich überlegen, wie man diese Problematik gar nicht aufkommen lässt.

4. Zu lange Domainnamen

Je länger ein Domainname, desto weniger gut kann man sich ihn merken und die Gefahr wird größer, dass sich Fehler einschleichen. Entweder Tippfehler oder eben, dass Teile weggelassen werden. Zumindest bei mir. Bei meinem Mann ist es sogar noch wahrscheinlicher, dass er vor der Buchstabenmenge zurückschreckt und die Domain gar nicht eingibt. Was übrigens auch verständlich ist, wenn man mit dem Zwei-Finger-Suchsystem arbeitet. Was doch ein Großteil der Internet-Gemeinde macht.

Auch hier ist dann ein Besucherverlust wiederum groß. Besser einen kurzen Domainnamen suchen. Und noch ein Problem gibt es bei zu langen Namen. Die Verlinkung wird schwieriger. Oft stehen für Links (in Datenbanken etc.) nur eine begrenzte Anzahl von Zeichen zur Verfügung. Und wenn bereits die Hauptseite viel zu lang ist, werden dann die wichtigen Unterseiten alle abgeschnitten, oder noch schlimmer die Domain selbst auch.

5. Kunstbegriffe

Zu lange darf der Name nicht sein, keine Marken oder Tippfehler beinhalten etc. Da gehen viele Webseitenbetreiber gleich auf Kunstbegriffe über. Oft leider aus zusammengesetzte Namen, diese fallen mir in letzter Zeit des öfteren auf. Wenn mir nun ein Teil der Partner bekannt ist und der andere nicht, dann komme ich schon ins Schleudern. Der Anfang oder das Ende ist da, doch der Rest fehlt. Wie etwa bei Limmig.de – hier habe ich keine Ahnung, ob dies nun richtig geschrieben ist oder falsch, ich weiß nur Lim ist dabei. Es ist kein richtiges Wort und entsprechend schnell ist der Name oder die in dem Fall wohl eher selten gebrauchte „Vokabel“ schnell wieder aus dem Gedächnis verschwunden.

Ein Kunstbegriff macht nur dann Sinn, wenn man genug Geld für ein Branding aufwenden kann, wie etwa bei Zalando.

6. Schlechte Zusammensetzung

Domains mit Apostrophen funktionieren nicht und auch Domains mit Bindestriche sind nicht sehr beliebt. Doch was passiert, wenn man auf diese Verzichtet? Dies kann dann oft nach hinten losgehen, wie diese ziehmlich lustige Liste beweist: 11 kuriose URLs. Ich kann mich dabei ja scheckig lachen, doch ob das die Unternehmen auch noch so sehen – wage ich zu bezweifeln :-)

7. Exotische Endungen

Da die guten Begriffe in den „Top-Level“ Domains immer weniger werden, greifen einige Webmaster bereits auf exotische Endungen wie .by oder .tv oder .to zurück. Diese stehen nicht wie erhofft für Bayern, Fernsehen, etc. sondern für Länder wie Weißrussland, Tuvalo oder Tonga. Nicht nur dass diese Endungen auch in der Registrierung und somit auch im Unterhalt erheblich teurer sind, als normal, so werden sie leider auch oft als Spamdomains gewertet. Dies kommt daher, dass aus manchen Ländern eben sehr viele Spammer kommen und man bereits übergeht, bestimmte Ländern den Zugang zu den Webseiten zu verwehren. So lässt es sich mittlerweile kinderleicht einrichten, dass hier keine Kommentare von mit .ru Domains gepostet werden dürfen.

Desweiteren richtet sich eine Webseite ja nicht nur an die versierten Internetnutzer, sondern eben auch an alle Anderen auch. Viele potentielle Nutzer haben sogar von einem Teil der Top-Level-Domains noch nie etwas gehört und können bestimmt keine 10 Endungen aufzählen.

Da ich das aber kann, nenne ich Euch die beliebtesten und bekannteten Endungen im deutschsprachigen Raum: .de, .com, .net, .org, .info, .biz und noch für Österreich .at für die Schweiz . ch und für Europa . eu  dann fehlen noch die aktuellen Modeendungen, wie .mobi. Alle anderen Endungen haben sich in den Köpfen der Leute noch nicht festgesetzt und werden bei der Eingabe leider oft durch die gängigen Endungen wie .de ersetzt. Somit geht wieder Traffic verloren, oder noch schlimmer, landet direkt beim Konkurenten.

Fazit

es wird immer schwieriger eine gute freie Domain zu registrieren und man muss sich vorher wirklich Gedanken um einen merkbaren Domainnamen machen.  Oft ist es besser sich einen merkbaren guten Domainnamen ggfs. zu Kaufen, als irgendwelche zusammengesetzte komische Namen, die keinen Sinn ergeben zu registrieren. Das Geld ist recht schnell wieder drin.

Auch mit ein wenig Fantasie kann man mit der richtigen Recherche auch heute noch gute freie Namen finden. Damit meine ich nicht „webmaster-Wasserburg.de“, sondern richtige, gute und einprägsame Domains, die den Kern der Sache treffen. Von den „austauschbaren“ Allerwelts-Domains wie Beruf-Ort.de oder Name-Ort.de rate ich ab, denn man möchte ja unverwechselbar sein und Mayer-München.de und Meyer-Hamburg.de sagen zum einen nichts aus und erlauben auch kein Branding. Zudem arbeiten immer mehr Firmen nicht mehr regional, sondern sind auch bereit ihre Waren zu versenden. Und gerade Domains mit Ortsangaben beschränken einen doch sehr auf die Region.

Noch eine Infos zum Kaufen oder für die Recherche: Oft sind die angestrebten Begriffe nicht allzuteuer. Wenn man nicht gerade Top-Domains wie Auto.de ins Auge fasst, kann man oft für relativ wenig Geld noch gute Domains bekommen. Dabei darf man auch nicht übersehen, dass gerade Auto.de auch ohne Inhalt bereits viele Besucher bringt, während oldtimer-werkstatt.org erst mit Inhalt befüllt werden muss um Besucher zu generieren.  Doch diese ist sicher immer noch besser, als wie „werkstatt-huber-in-wasserburg.de“

Auch können versierte Domain-Fachleute gerne für Sie eine Recherche durchführen, die weitere geeignete Domains zu Tage bringt, die gut zu ihren Geschäft passen und ggfs. sogar noch frei zu haben sind.  Bei Interesse einfach hier melden  :cheerful:

5 Responses

  1. Sascha sagt:

    Gerade die Sache mit den Endungen ist in der Tat eine schwierige Sache. Gute Domainnamen, die eben kein Kunstwort darstellen, welches erst noch mühsam bekannt gemacht werden muss, sind inzwischen bei den .de-Domains rar geworden. Ging mir seinerzeit ja auch schon so, als ich mir für meinen Blog eigentlich auch die .de-Domain sichern wollte. Die war jedoch bereits von einer dieser Agenturen angekauft worden, die dann nix damit machen und nur warten, bis ein mehr oder weniger zahlungskräftiger Kunde kommt und denen die Domain für teures Geld abkauft… was scheinbar inzwischen auch geschehen ist, wenn ich einen Blick auf die Domain werfe ;)

    Ich bin dann auf eine .net-Domain ausgewichen, auch aus den von dir genannten Gründen. Soweit eigentlich ganz in Ordnung, inzwischen gibt es damit auch keine Probleme mehr… aber gerade in der Anfangszeit, als mein Blog noch gänzlich unbekannt war, kam es immer wieder vor, dass die Leute „instinktiv“ die Domain mit der Endung .de in die Adresszeile eingetippt haben und sich dann wunderten, dass sie nicht bei mir landeten. Auch kam es einige male vor, dass ich in Blogrolls entsprechend falsch verlinkt wurde. Da zeigt sich dann recht deutlich, dass viele Menschen heutzutage sehr .de-Domain-bezogen denken. Da sollte man in jedem Fall drauf achten und wenn man keine passende .de-Domain mehr für sich findet, sollte man mit entsprechenden Monitoring-Tools das Netz daraufhin überwachen, dass nicht versehentlich falsche Links zur „eigenen“ Seite ausgegeben werden.

    • Mella sagt:

      Da hast Du recht, dass sich .net und Co erst in letzter Zeit anfangen durchzusetzen. Gesichtet ist zwar auch irgendwie ein Kunstwort, andererseits auch wieder nicht, denn es kommt aus dem Deutschen. Schlimmer finde ich eben dieses limmig oder so, welches ich mir partout nicht merken kann.

      Das mit den Agenturen die auf „zahlungskräftige“ Kunden warten ist nur zur Hälfte richtig. Oft gehen Domains für 100 bis 200 € über den Ladentisch. Das ist zwar für einen Blog relativ viel, doch wenn man einen Betrieb ins Netz bringen will doch eher weniger – oder?

  2. gaming sagt:

    Es ist die hölle eine wirklich gute Domain zu finden, die ganzen SEOs haben sich schon alles gesichert, es ist unfassbar was alles geparkt wird an Domains. Aber ich gebe nicht auf finde deinen Blog sehr cool muss ich sagen gute Tipps, für jeden Einsteiger und Blogger der vor der Entscheidung steht, welche Domain sichere ich mir jetzt.

  3. SEO LEO sagt:

    Hallo Mella,

    an sich ein schöner einstieg für Leute die sich interessieren für Domainnamen. Wie ist den deine Meinung zu den neuen TLD´s wie .Berlin usw…?

    Lg aus Baden bei Wien ;)

    • Mella sagt:

      Hallo Seo Leo, schön, dass Du hergefunden hast.
      Die neuen TLDs, wie etwa .berlin sehe ich recht kritisch. Gerade setzt sich ganz langsam .org und .info bei den Endkunden durch und daher wird es sicher noch länger dauern, bis diese Endungen auch von den Nutzern angenommen wird. Zwar mag es sicher reizvoll sein, Projekte, wie etwa autovermietung.berlin oder ähnliches zu projektieren, doch andererseits hat man auch nur einen sehr begrenzten kleinen Nutzerkreis von ein paar Millionen Menschen, die sich dafür interessieren könnten, sofern sie die Endung akzeptieren.
      Suchmaschinen-Relevant wird die Endung glaube ich auch vorerst sicher nicht werden. Das kann man ganz gut z.B. bei .biz erkennen. Hier sind relativ wenig Projekte aktiv und entpsrechend schwer ist das Ranking. Beliebtere TLDs tun sich vergleichsweise erheblich leichter.
      Und noch ein wichtiger Aspekt. Bei Endungen wie .berlin etc. passen auch nur wenig generische Begriffe. Hotel, wäre genial, aber Weinglas.berlin oder Dessous.berlin – schränken sich selbst zu sehr ein und es fehlt der Markt dafür.
      Wie siehst Du das?

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